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Habe ich ein Trauma?

Finde heraus, ob du ein Trauma im Sinne von Coaching hast.

Trauma in der Therapie und Trauma im Coaching sollte klar voneinander abgegrenzt werden. In diesem Artikel erfährst du, was der Unterschied ist und wie und warum Coaching dir bei Trauma und belastenden Ereignissen helfen kann.


Was ist ein Trauma?

Das Wort Trauma kommt aus dem griechischen und bedeutet Wunde. Grundsätzlich geht es erstmal um Erlebnisse, die eine Verletzung hinterlassen haben.
Wichtig: Im Coaching und der psychosozialen Beratung wird ein Trauma NICHT mit der Definition aus der Psychologie gleichgesetzt. Wir verstehen unter Trauma eine Wunde, die durch belastende Erlebnisse in der Vergangenheit entstanden ist, zum Beispiel Scheidung der Eltern, Konflikte, Mobbing etc. Diese belastenden Erlebnisse können Auswirkungen auf das aktuelle Leben haben, aber es sind noch ausreichend Ressourcen und Bewältigungsstrategien vorhanden, um den Alltag gut zu meistern.


Abgrenzung: Trauma in der Therapie und Trauma im Coaching

In den Bereich der Therapie fallen alle Traumata im klassischen Sinne, wie z.B. Missbrauch, Kriegserlebnisse, Gewalterfahrungen etc. Wenn traumatische Erlebnisse zu psychischen Symptomen führen und die alltäglichen Funktionsfähigkeiten beeinträchtigen, sollte auf jeden Fall therapeutische Hilfe aufgesucht werden. In der Psychotherapie geht es um die Behandlung von traumatischen Erlebnissen und vor allen den damit einhergehenden psychischen Erscheinungen (z.B. Flashbacks, depressive Symptomatiken, Angststörungen etc.).

Als Coach darf ich weder psychische Krankheiten oder Symptome behandeln noch diagnostizieren und bleibe bei meiner Arbeit auch klar in meinem Kompetenzbereich.
Als ausgebildete Systemische Traumaberaterin kann ich belastende von traumatischen Erlebnissen klar differenzieren und helfe dir ggf. auch gerne dabei.

An dieser Stelle noch einmal zur Klarstellung: Der Unterschied zwischen belastenden (Bereich Coaching/psychosoziale Beratung) und traumatischen Erlebnissen (Bereich Therapie) ist, dass belastende Ereignisse sich zwar auf das Leben auswirken, jedoch gleichzeitig noch ausreichend Ressourcen vorhanden sind, um den Alltag trotz dieser Belastung zu bewältigen.

Im Folgenden wird das Wort Trauma immer im Sinne und nach der Definition von Coaching verwendet!


Warum kann Coaching bei Trauma hilfreich sein?

Menschen gehen mit „kleineren“ Verletzungen meist nicht zur Therapie. Sie stufen ihr Anliegen nicht als „schwerwiegend genug“ ein, dass eine Therapie „gerechtfertigt“ wäre, erst recht nicht da in Deutschland eh viel zu wenig Plätze vorhanden sind und die Wartezeiten oft monate- bis teilweise sogar jahrelang sein können.

Ein Beispiel: Du wurdest in der 8. Klasse von deinem Lehrer vor all deinen Mitschülern angeschrien, wie dumm du doch bist und dass du zu nichts taugst. Dieses Erlebnis war eine große Demütigung für dich und hat dich extrem geprägt. Würdest du deswegen einen Therapeuten aufsuchen? Für die meisten Menschen liegt so etwas unterhalb der Therapieschwelle.
Wenn du deswegen jetzt Angst davor hast, Präsentationen zu halten, kannst du vielleicht nicht alle Chancen in deiner Karriere wahrnehmen und fühlst dich beruflich unglücklich und frustriert.

Dies ist ein typisches Beispiel, das auch ein Trauma darstellt und was man im Coaching sehr gut bearbeiten kann, ohne dass zwingend eine Therapie benötigt wird. Denn hier bedeutet Trauma alles, was verletzend war, als es passiert ist und immer noch verletzend ist, wenn man daran zurückdenkt. Und im Laufe des Lebens können sich natürlich viele solcher „kleineren“ Vorfälle ansammeln, die dafür sorgen, dass du jetzt im Leben nicht optimal handeln kannst.


Was passiert bei einem Trauma?

Auch bei belastenden Ereignissen kann es sein, dass der Körper Trauma-Strategien anwendet, in dem Sinne, dass wir die Erfahrung erstmal emotional von uns abspalten. Aus Selbstschutz wollten oder konnten wir diese Emotionen damals nicht fühlen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nicht die Kapazität und Bewältigungsstrategien. Darüber hinaus spalten wir auch einen Teil von uns, der tief verletzt wurde, von uns ab. Wir verlieren ein Stück weit die Verbindung zu uns selbst und an dieser Stelle bleibt die tiefe Wunde. Die Emotionen, die mit dem Trauma verbunden sind, sind aber nach wie vor in unserem Körper gespeichert, sie sind nur quasi in den „Keller“ verschoben worden.

Hinweis:
Nicht jedes belastende Ereignis ist gleich ein Trauma. Jeder Mensch hat prinzipiell Strategien und Ressourcen in sich, um schwierige Situationen bewältigen zu können. Jedoch sind diese vor allem als Kind meist noch nicht ausgereift und unsere emotionale Kapazität ist viel geringer, wodurch es schneller zu einer Überforderung des Nervensystems kommt.
Ob man traumatisiert ist, merkt man vor allem dadurch, ob sich ein negatives Ereignis dauerhaft und auch noch lange danach auf das Verhalten und die Emotionen auswirkt.
Manche Wunden können von allein heilen, bei manchen Verletzungen brauchen wir bei der Heilung Unterstützung.


Was sind Traumareaktionen?

Wenn starke Gefühle unterdrückt werden, kommt das Nervensystem aus der Balance und es wird eine Traumareaktion als Schutzmechanismus entwickelt, damit der Schmerz nicht gefühlt werden muss. In dem Moment, in dem in die „Kellertür“ ein Stückchen aufgeht, wird ein automatischer Schutzmechanismus aktiviert, der dafür sorgt, dass die schmerzhaften Gefühle ja nicht aus dem Keller kommen. Oft sind wir uns dieser Coping-Strategien (=Bewältigungsstrategien) gar nicht bewusst, weil wir mit der Zeit so gut darin geworden sind, den Schmerz wegzudrücken.

Häufige Coping-Mechanismen sind zum Beispiel:

  • Vermeidung von Sachen und Situationen
  • Perfektionismus
  • Übermäßige Ablenkung (z.B. Essen, Sport, Arbeit, Feiern, Social Media etc.)
  • Lügen
  • Selbstsabotage
  • People Pleasing
  • Bindungsangst
  • Konfliktvermeidung
  • Festklammern an der Vergangenheit


Ich bin ausgebildete Systemische Traumaberaterin und Life Coach und ich unterstütze dich gerne auf deinem Weg, dich von belastenden Ereignissen und ihren Folgen zu lösen. Meine Angebote dafür findest du hier.

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